Abgerechnetes Gewicht

Es gibt im Frachtwesen und bei Gütertransport unterschiedliche Abrechnungseinheiten. Manchmal wird pro Stück, pro Container oder auch pro Gewicht abgerechnet. Wie ein Spediteur abrechnet, hängt von dem zu transportierenden Gut und vom Vertrag ab. Dazu kommen noch die Nebenleistungen, Gefahrgut hat ein anderes Risiko, ein anderes Handling als Lebensmittel. Es kommt auch darauf an, wie der Druck auf den Disponenten gerade ist. Wenn er noch Zuladung für ein Schiff braucht, dann sind die Preise anders, als wenn das Schiff schon vollständig gefüllt ist. Oft kommt dann noch ein Faktor für die Strecke mit hinzu.

Abgerechnetes Gewicht ist dementsprechend nicht identisch mit dem tatsächlich beförderten Gewicht. Abgerechnetes Gewicht oder dessen Berechnung wird im Vertrag zwischen den beiden Vertragspartnern bestimmt. Berechnetes Gewicht ist das Gewicht, das im Frachtbrief oder im Luftfrachtbrief dokumentiert ist. Der Unterschied zwischen den beiden Gewichtsangaben, abgerechnetes Gewicht und tatsächliches Gewicht können die unterschiedlichsten Gründe haben. Abgerechnetes Gewicht kann zum Beispiel aus Kulanzgründen niedriger sein als das tatsächliche Gewicht. Der Fluggast kennt das unter Umständen. Abgerechnetes Gewicht für sein Gepäck sind 20 Kilo, das tatsächliche Gewicht beträgt aber 25 Kilo. Ob er die 5 Kilo Übergewicht zahlen muss, hängt von der Linie und vom Glück ab. Es können aber auch Sprunggrößen hier eine Rolle spielen. Man zahlt eben eigentlich für den Transport eines Stückes, einer Umverpackung oder eines Containers.

Und dafür nimmt dann der Carrier einen Mittelwert an. Oder eine bestimmte Gewichtsangabe. Abgerechnetes Gewicht ist dann so ein Mittelweg zwischen der Abrechnung pro Stück und der Abrechnung pro Gewichtseinheit. Volumen und Gewicht sind in einem Zug oder einem Schiff begrenzt. Man kann 500 Container zu je maximal 1 Tonne an Board nehmen. Abgerechnetes Gewicht ist dann eben genau diese eine Tonne. Ob der Container oder die Umverpackung nun schwerer ist oder nicht. Abgerechnetes Gewicht ist aber noch an einer anderen Stelle für die Partner wichtig. Zum einen wird dieses Gewicht in den Frachtpapieren dokumentiert. Aus den Frachtpapieren leitet sich auch bei Verlust oder Beschädigung der Frachtversicherung ab. Man bezahlt die Frachtversicherung, die bei Verlust oder Beschädigung für den Schaden aufkommt, auf Grund von diesen Frachtpapieren. Ein niedrigeres abgerechnetes Gewicht impliziert dann auch eine niedrigere Prämie.

Ein zu niedriges abgerechnetes Gewicht würde dann aber auch im Schadensfall eine niedrigere Entschädigung bedeuten. Auch das kennt man vom Privatreisen. Man wird für ein Koffer a 20 Kilo zum einem bestimmten Maximalwert pro Kilo entschädigt. Falls das Flugzeug abstürzt oder das Gepäckstück zerstört wird. Abgerechnetes Gewicht begrenzt die Versicherung als auf einen maximalen Oberwert. Für die Bordlogistik ist abgerechnetes Gewicht nur ein Anhaltspunkt. Für die Beladung des Schiffes ist viel mehr das reale Gewicht interessant.

Ein Schiff hat genauso wie ein Flugzeug eine bestimmte Zuladungskapazität, was der Eigner für das Transportieren bekommt, interessiert die Natur herzlich wenig. Deswegen wird das reale Gewicht auch immer bestimmt und in die Bordpapiere mit eingetragen. Abgerechnetes Gewicht ist dagegen für das Finanzamt wichtig. Hier werden Abgaben und Zölle berechnet und draufgeschlagen. Das Finanzamt nimmt für Transportsteuern abgerechnetes Gewicht als Basis, genauso wie der Hafenmeister. Für das Liegen und Löschen eines Schiffes sind ja auch lokale Abgaben zu entrichten.

Zuletzt aktualisiert am 2015-02-24 von Werner Hess.

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