Anschlussmarkt

Was bezeichnet der Begriff Anschlussmarkt?
Der Begriff Anschlussmarkt bezeichnet Angebot und Nachfrage nach Ersatzteilen und Wartung von Produkten oder Gütern. Mit der Entwicklung eines Anschlussmarktes für ein Produkt ist daher nur dann zu rechnen, wenn es sich um ein langlebiges und hochwertiges Produkt handelt. Zur Langlebigkeit kommt noch ein weiteres Kriterium, das gegeben sein muss, damit sich ein Anschlussmarkt für das Produkt entwickeln kann: Der Verschleiß von einzelnen Teilen des Produkts. Bei hochwertigen Gütern "aus einem Guss", bei Verbrauchsgütern oder bei kurzlebigen Produkten wären Strategien, die auf einen Anschlussmarkt setzen, dagegen gegenstandslos.

Für wen ist das Thema Anschlussmarkt in erster Linie relevant?
Aus der allgemeinen Bestimmung der Eignung eines Produkts für einen etwaigen Anschlussmarkt lassen sich Schlussfolgerungen für Anschlussmarkt - geeignete Branchen ziehen. In erster Linie haben Unternehmen der Branche des Transportwesens dafür zu sorgen, auf dem Anschlussmarkt für ihr Produkt präsent zu sein.

Relevant sind Anschlussmarkt Strategien traditionell für Unternehmen der Automobilindustrie. In Grundsatzerklärungen führender Vertreter der Automobilindustrie lassen sich in der Regel zentral platzierte Aussagen über die Strategie des Unternehmens zum Thema Anschlussmarkt finden. Gleichermaßen betroffen sind Unternehmen der Luftfahrt- und Schifffahrtindustrie. Auch sie haben die Option, parallel zu ihrem Primärmarkt, das heißt, dem Vertrieb ihres Primärproduktes, einen eigenen Markt für Service, Wartung und Ersatzteillieferung aufzubauen.

Welche Risiken und Möglichkeiten sind mit dem Erschließen des Anschlussmarktes für ein Unternehmen verbunden?
Sobald ein Unternehmen ein Produkt auf den Markt gebracht hat, bei welchem mit einem Anschlussmarkt zu rechnen ist, müssen die Serviceleistungen sich bereits im Angebot befinden. Das bedeutet: die Nachfrage nach Service und Ersatzteilen muss sofort bedient werden können. Diese Konstellation erfordert bereits im Vorfeld des Vertriebs für das Primärprodukt den Aufbau einer reibungslos funktionierenden Logistik für Wartung und Serviceleistungen, die erbracht werden müssen.

Die Präsenz auf dem Anschlussmarkt zu vernachlässigen würde sich für ein Unternehmen in der Regel sehr nachteilig auswirken. Die möglichen Konsequenzen wären im worst case ein beträchtlicher Vertrauensverlust der Kunden gegenüber dem Unternehmen. Mindestens wäre damit zu rechnen, dass dieser Markt von anderen Anbietern besetzt wird. Letzteres lässt sich unter sonst günstigen Umständen verkraften, ersteres keinesfalls.

Erfolgreiche Unternehmen streben es, soweit möglich, unter allen Umständen an, den Anschlussmarkt für ihr Produkt umfassend bedienen zu können. Der Grund für diese Strategie aller großen Unternehmen der Branche liegt auf der Hand:
Durch die Versorgung der Kunden mit Service und Ersatzteilen erzielt das Unternehmen nicht nur zusätzlichen Umsatz, sondern es baut auch die für die Entwicklung eines Unternehmens so wertvolle Kundenbindung auf. Sorgfalt in der Pflege der Kundenbindung ist einer der zentralen Erfolgsschlüssel für jedes gedeihende Unternehmen.

Das Thema Kundenbindung ist bei Transportunternehmen zusätzlich für einen weiteren Aspekt der Unternehmensstrategie von Bedeutung:
Die Anfragen der Kunden nach Service, Wartung und Ersatzteilen lassen sich präzise statistisch erfassen. Damit wird wertvolles Zahlenmaterial gewonnen, das für die Optimierung der Produkte verwertet wird. Aus dieser Perspektive betrachtet ist ein Anschlussmarkt das nahezu optimale Mittel, um tatsächlich relevantes Feedback zur Qualität der Produkte eines Unternehmens zu gewinnen.

Zuletzt aktualisiert am 2015-02-24 von Werner Hess.

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